Legendäre Spiele

FC NZZ - Schriftsteller-Nati 3:1

Renato Kaisers Matchbericht

„So, meine Freundinnen und Freunde der Schriftstellernationalmannschaft. Wie einige von Euch gesehen und auch gehört haben, hat es bei mir beim Torabschluss nicht gerade „Klick“ gemacht, dafür später dann „Knack“ und das gleich zweimal am rechten Knie, beim Spiel am Montag gegen den FC NZZ. Ich habe zwei Stunden geschrien wie ein Schwein (manche sagen, es habe sich nur um Minuten gehandelt, aber die berufen sich auf die NZZ und die behauptet ja auch, sie hätte 3:1 gegen uns gewonnen *LÜGENPRESSE LÜGENPRESSE*). Mein Retter in der Not, Thomas Schwaller (merci vilmol!), hat mich in den Notfall ins Triemli gefahren (kann ich sehr empfehlen, tolles Ambiente, super Service, und alle sind ziemlich hot. Überarbeitet, unterbezahlt und ziemlich hot, normales Beuteschema. Nein ernsthaft, die waren alle sehr freundlich und toll). Um 1 Uhr morgens kam ich mit einer Schiene wieder raus und mit dem Hinweis, so schnell wie möglich ein MRI machen zu lassen. Dank vieler verschiedener Freunde wurde ich dann von Zürich nach Bern gefahren (merci vilmol Nadia und Joachim), in der Zwischenzeit habe ich mir einen Hausarzt in Bern organisiert (jetzt hab ich das wenigstens auch. Und was für einen! Er ist sanft, spricht badisch und heisst Rueff. Bis jetzt habe ich noch keinen Witz gemacht mit „jetzt, wo Sie mein Hausarzt sind, darf ich Sie jederzeit anrueffen?“, aber das werde ich, da bin ich mir sicher). Der hat mich zum MRI (gestern) geschickt, die haben mir eine CD mit den Aufnahmen gegeben, die ich heute wiederum zum Hausarzt bringen musste, damit der mir sagen konnte, wie’s aussieht (den Vorgang fand ich faszinierend, irgendwie oldschool, das nächste Mal würde ich das gerne per Floppydisk regeln oder mit Brieftaube). Langer Rede kurzer Sinn: Vorderes Kreuzband gerissen und ein kleiner Bruch am Unterschenkelknochen oben hinten rechts (ich sag’s extra genau, falls mir den jemand von Euch zusammenlutschen möchte). Jetzt habe ich eine Schiene, Krücken, musste eine 14-tägige Mietwagenrundreise im Baltikum annulieren, dafür fahren wir jetzt eine Woche nach Quernsey (Kanalinseln im Ärmelkanal), ich habe gehört, da kann man gut, öhm, rumliegen, glaubs. Nächste Woche mach ich einen Termin beim Orthopäden, da erfahre ich dann mehr über die Operation. Die Operation ist übrigens optional, das hat mich bisschen überrascht. Mein Hausarzt meinte noch: Falls ich den Rest meines Lebens nicht mehr Tennis, Fussball oder Ähnliches spielen möchte, bräuchte ich kein vorderes Kreuzband. Also habe ich kurz überlegt. Und dann habe ich gesagt: Ich brauche mein vorderes Kreuzband vielleicht nicht. Aber die Schrifstellernationalmannschaft. Die Nation. DIE SCHWEIZ! Braucht mein vorderes Kreuzband! Darum ja: Ich lasse mich operieren!

Vielleicht auch am Knie.
Und dann komme ich zurück. Zurück zu Euch, Kameradinnen und Kameraden, denn wer, frage ich Euch: WER! Wer soll in Zukunft aus fünf Metern Entfernung den Ball mit der Geschwindigkeit eines fusslahmen Geriatriepatienten an den Pfosten hämmern, wenn nicht ich? Eben. Darum sage ich es mit meinem Cyborg-Knie: I’ll be back. Also. Wahrscheinlich so etwa in einem Jahr. Und dann brechen wir dem FC NZZ alle Beine. Wenn es die NZZ dann noch gibt. Hihihi! Ok, das war gemein. Jenu. Danke Euch allen für Eure Hilfe, Eure Genesungswünsche und für Eure grundsätzliche Loveliness. Kuss Kuss Kussolino, Renato.“

 

 

 

 

FC Nationalrat - Schriftsteller-Nati 4:1

Im Nebel von Bern

Wie das Resultat zustande kam, war niemandem klar.

Man beachte das neue Dress!

BLICK war natürlich auch dabei.

 

 

Schweiz – Österreich 4:2 (0:2)

Epochales Länderspiel im Rahmen des Tags der Poesie

 

Bericht Radio SRF1, Regionaljournal, 11. September 2016:

 

Dokumentation der Österreichischen Schriftsteller-Nationalmannschaft:

 

Matchbericht (von Wolfgang Bortlik)

Tatsächlich. Es kommt wieder zur Hitzeschlacht. Unbarmherzig brennt am 10. September 2016 mittags das Zentralgestirn vom blauen Himmel auf den Rasen im Stadion Schützenmatte in Basel.

Zum Glück haben beide Teams genügend Auswechselspieler und literweise Tee. Sprecher Josef Zindel gibt die Aufstellungen bekannt, Franz Hohler macht den Anstoss. Möge der Bessere gewinnen.

Die Schweizer haben sich im Vorfeld des Spiels über die Österreicher informiert und vermeintlich gut auf sie eingestellt. Dass etwa Ruiss in der Defensive nicht mehr der Jüngste sei. Dabei steht der immer noch wie eine niederösterreichische Eiche. Und von Clemens Berger wusste man, dass er an einem 700seitigen Roman schrieb und daher vielleicht die Vorbereitung verpasst hatte. Aber ebenjener Berger flitzt bei einem Eckball seinem Bewacher davon und richtet zusätzliches Chaos im Schweizer Strafraum an. 0 zu 1 für Österreich. Nach einer Schweizer Druckphase mit ein paar Chancen dann wieder ein Angriff Austrias. Insgesamt drei Schweizer hauen viermal über den Ball und der Torwart Schwaller verletzt sich auch noch bei der vergeblichen Rettungsaktion: 0 zu 2!

Kaspar Hohler geht ins Tor, sorgenfaltenbegleitet.

Aber dann ist Halbzeit und nun stellen die Schweizer Literaten und ihre eine Literatin um und setzen Plan B in Kraft: Aeschbach geht aus der viel zu gut dotierten Abwehr nach vorne rechts. Seine scharfe Hereingabe provoziert ein Eigentor zum Anschlusstreffer. Jetzt ist Zug in der Schweizer Offensive. Dann ein herrliches Durchspiel, das Kaiser mit dem 2 zu 2 abschliesst. Kurz darauf gibt Schiedsrichter Loprieno einen Penalty nach Foul an Todisco. Aeschbach versenkt unhaltbar.

Eine erneute Druckphase der Österreicher bringt Gefahr, aber Hohler im Tor ist unüberwindbar. Suter und Haug stehen innen hervorragend und aussen sind auch alle Türen zu. Als nach einem herrlichen Doppelpass mit Langenegger oder Marino oder Dietiker der Kapitän Todisco zum 4 zu 2 einnetzt, ist der Käse endgültig gegessen.

Team Schweiz: Schwaller, Hohler; Friedli, Tschan, Haug, Suter, Strohm, Messerli; Aeschbach, Van Orsouw, Pinarello, Dietiker, Todisco, Bortlik, Sandra Hughes; Perl, Kaiser, Marino, Langenegger.

schriftsteller-nati – FC Weltreligionen 5:4

Von einer, die über einen Fussballmatch schreibt und doch keine Ahnung von Pfeifen und Kicken hat

Am 21. Juni 2015 auf einem Fussballfeld in Bern. Heute wird hier die Schriftsteller-Nationalmannschaft gegen den FC Weltreligionen spielen.
Heute tritt hier die Schreib-Kunst gegen die Weltreligionen an!
Der Vorteil der Religion: Es ist ein Heimspiel. (Trotzdem sind die Fans nicht gerade in Heerscharen angereist.)
Der Vorteil der Kunst: Man spielt auf Kunst-Rasen. (Dennoch: Die Fankurve dieses Teams beschränkt sich auf eine einzige Person.)
Die Kunst trägt Rot und wirkt dadurch leidenschaftlich, die Weltreligionen tragen Weiss und wirken unbefleckt.

15.25
Der Match soll um vier beginnen, die Weltreligionen tröpfeln bereits herein, und um halb vier laufen, hüpfen, dehnen, wippen und torschiessen sie eifrig auf dem gesamten Spielfeld, sie kreuzen rennend die Füsse – derweil die Schriftsteller weit und breit nirgends zu sehen sind. Der Speaker entstammt offenbar den Weltreligionen und spekuliert:  Sind sie am Beten? Oder zittern die menschenscheuen Schriftsteller in der Garderobe bloss lampenfiebernd dem Match entgegen? Sind sie überhaupt da? Oder am Ende gar nicht gekommen? Sind Künstler nicht von Natur aus unzuverlässig?
Nun, die Berichterstatterin weiss: Künstler sind nun mal keine Frühaufsteher. Ausserdem will gute Kunst Weile haben. Oder, anders ausgedrückt: Muse will Musse haben.

15:50
Die Schriftsteller treten geschlossen aus der Garderobe, diese Roten schlendern auf den Rasen und reden. Sie dehnen ein wenig und reden, sie heben die Knie und reden, sie hüpfen, aber sie reden dabei. Die Weltreligionen sitzen jetzt im Kreis und schütteln einig ihre Schenkelmuskulatur.

16:00
Der Speaker kündigt einen Anpfiff an. (Wer hier wen anpfeifen will und warum, bleibt der Berichterstatterin verborgen). Gleich darauf beginnt das Spiel.
Es spielen Christen verschiedener Konfessionen, Katholiken, Reformierte und Methodisten mit Juden und aufgrund des Ramadans nur einem einzigen Moslem. Die Sikhs und die Baha’i sind heute anderweitig beschäftigt, erfährt man auf der Tribüne, sie sind aber im Geiste dabei.
Im Team der Weltreligionen kickt eine Frau mit. (Sie ist vermutlich keine Katholikin. Frauen haben in der katholischen Kirche ja nichts zu melden. Gäbe es katholisches Tennis, dann dürfte sie dort etwa die Bälle einsammeln.) Die Weltreligionen wirken homogen. Vor Gott sind eben alle gleich. Das Team hat diesen Satz augenscheinlich verinnerlicht.
Auch die Kunst ist heute vorwiegend männlich besetzt. Vorwiegend? Ausschliesslich!
Trotzdem sind die Unterschiede unter den Spielern offensichtlich: in Tempo, Struktur, Länge, Angriffigkeit und Form. In der Kunst ist eben Individuliät gefragt.
Auf dem Spielfeld sieht man den Autor, dessen Beine beim Kick jedesmal hoch in die Lüfte fliegen – vermutlich schreibt er Science Fiction. Oder eher Ratgeberliteratur? Man trifft hier den superschnellen Renner, der jeden Ball verfolgt, als wäre es der letzte – ein Reporter bei einer Tageszeitung oder eines online-Mediums?
Dort spielt der umsichtige Teamplayer – wahrscheinlich ist er Teil eines spoken-word-Autorenkollektivs.
Man sucht den Romancier und findet den Spieler mit dem langen Atem, der sich nicht auswechseln lässt, der wie im Rausch spielt, immer am Spielverlauf dranbleibt, dicht dran – ein Dichter eben.
Dort drüben spielt der Ehrgeizige, der den Spielball gerne bei sich behält und gern solistisch agiert – vielleicht ein Poetry-Slammer? Ein ehrgeiziger Deutschlehrer?
Der stille Beobachter dort, der immer erst dann zubeisst, wenns brenzlig wird, ist er Satiriker?
Und die Grätsche dort mit den endlosen Beinen, der jeweils blitzschnell den Platz wechselt, könnte er ein Theaterautor sein?
Der wendige Kleine, der sich jeder Situation anzupassen weiss, ist er Reporter?
Und den Beweglichen mit den schallenden Zurufen kann man sich gut als Liedermacher vorstellen.
Der Herumsteher, der gerne dem Ball zuschaut oder auf den Ball wartet, der ihn – einer Muse gleich – tatsächlich ab und zu aufsucht, ist vielleicht ein verträumter Lyriker. – Oder auch einfach nicht mehr so fit.

Der Speaker verkündete anfangs die Auswechsel-Regeln des Basketball, d.h., die Spieler wechseln sich selber aus. So werden im Verlaufe des Matchs einzelne Spieler freiwillig das Spielfeld verlassen, andere werden die ganze Zeit auf dem Spielfeld verbleiben und ohne Unterbrechung kämpfen. Die einen aus Ehrgeiz oder Einsatzwillen, die anderen aus Rücksicht oder weil sie nicht mehr so in Form sind. So ist es in der Kunst: Da tut man so einiges um der Form willen.

16.10
Es fällt das erste Tor. Das bedeutet 1:0 für die Kunst! Um Gottes Willen – die Weltreligionen verdrehen die Augen zum Himmel.
Wer dieses Tor geschossen hat, lässt sich von der Tribüne aus nicht feststellen, das Tor wirkte irgendwie zufällig. Der Speaker weiss es auch nicht, er tippt auf ein religiöses Eigentor, die Kunstmannschaft vermutet, dass es die Muse war, die Gunst der Stunde. Beides lässt sich allerdings nicht beweisen, es bleibt reine Glaubenssache.

16.15
Der Schiedsrichter pfeift: Foul der Kunst. Die Religion darf nicht foulen, sonst wird sie unglaubwürdig. Die Kunst hingegen nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau, das ist ihre Aufgabe, in der Schriftstellerei opfert man gerne die Wahrheit zugunsten der Wirkung.

Bald fällt ein zweites Tor. Eine Perle von einem Tor! Der Dichter schiesst dicht an Petrus vorbei und landet einen Volltreffer ins Himmelstor. Petrus, der Giovanni heisst, ist ein gefürchteter Goalie, wie man im Vorfeld munkeln hörte. Er kann die Niederlage nicht fassen, fällt auf die Knie und wirft die Arme gen Himmel. Einer Weltreligion entfährt ein «Tami nomol!», und die Kunst zuckt ungläubig zusammen. Es steht jetzt 2:0 für die Schriftstellerei.

Und dann prallen Kunst und Religion bös aufeinander! Die Religion bleibt kurz liegen und geht in sich, die Kunst rappelt sich sofort auf, sie will agieren, will unbedingt am Ball bleiben.
Eine Weltreligion nimmt sich den Ball zur Brust, ein Herz trifft einen Ball, die Kunst reagiert mit dem Kopf, ein Ball trifft eine Glatze.
Die Schriftsteller werden zwar nur von einer einzigen Zuschauerin angefeuert, doch sie sind sich ja an ein kleines und sehr ausgewähltes Publikum gewöhnt. Ausserdem ist Schreiben ein einsamer Beruf. Sind sie erst einmal im Team, kommen die Künstler  richtig in Fahrt. Und prompt fällt um 16.25 ein drittes … nein, kein Tor, es war bloss Schein, schöner Schein, Illusion, reines Blendwerk.
Doch keine zwei Minuten später ist es soweit: Dem Judaistikprofessor gelingt das erste Tor der Weissen! Die Weltreligionen jubeln, die Tribüne tobt, doch der Schütze lächelt bescheiden: Tore sind Geschenke Gottes. Der Professor lenkt, Gott schenkt.
Es steht somit 2:1, und die Religion hat den Glauben an sich wieder gefunden.

Jetzt ein Offside der Roten. «Offside»? Um Himmels Willen. Sowas geht bei Schriftstellern gar nicht, ihre Arbeit gehört auf die Seiten, nicht daneben!
Doch sie spielen, kämpfen, rennen, kicken und schwitzen weiter, die Kunst mit den Religionen, Seite an Seite, Auge an Auge, Satz an Satz, Zahn an Zahn, Bein an Bein.
Der rote Musenwärter steht und wartet wieder … lasset die Bälle zu mir kommen… der Ball findet ihn, der Musenwärter hebt das Bein – und verfehlt den Ball. Du lieber Gott! Heulen und Zähneknirschen bei den Roten. Doch der wendige Reporter schnappt den Ball und rennt los.
Kurz vor der Ende der ersten Halbzeit trifft ein roter Ballkünstler wieder präzise an Petrus-Giovanni vorbei und landet somit das dritte Himmelstor! Grosser Jubel – im roten Einzelpublikum. Es steht jetzt 3:1 für die Schriftsteller, und der Schiedsrichter pfeift zur Pause.

Pause.
Auf beiden Seiten schöpft man Kraft. Der Captain redet seinen Schäfchen ins Gewissen. Betet die Gesetze für die 2. Halbzeit herunter.
Der Speaker stellt Fragen, der rote Captain gesteht, er liebe Fussball. Der Speaker verwechselt offenbar die Mannschaft und nennt dies «ein Glaubensbekenntnis». Der weisse Captain meint selbstkritisch, sie hätten noch Luft nach oben. Na klar, wohin denn sonst, wenn nicht nach oben!
In der zweiten Halbzeit sind die Weltreligionen jetzt oft am Ball, sie spielen gut, ab und zu zielt einer den Erdball ins gegenerische Tor, schiesst aber zu weit oder zu hoch in den Himmel und verpasst die Chance auf ein 3:2.
Die Kunst, von ihrer Führung angestachelt, ist voll in Kunstform und kontert gut, aber zu ehrgeizig und verpasst manche Chance aufs Himmelstor. Der Übereifrige gibt vollen Körpereinsatz, kickt auch mal im Liegen, um den Ball nicht loslassen zu müssen. Doch die Religionen kicken noch Rabbi-ater und schaffen ein göttliches Tor, das die Kunst mitten ins Herz trifft. 3:2!
Auch das nächste Tor kommt, ein weiterer Ball fliegt ins Himmelstor. Und der Urheber? Der ist von der Tribüne aus nicht zu eruieren. Selbst der Speaker schweigt verwirrt, es war wohl wieder ein Musentor, die Kunst nützte die Gunst der Stunde.
Es steht jetzt 4:2 für die Schriftstellerei.

17.10
Nebst einigen Einzelkämpfern gibt es grandiose  Teamplayer im roten Team, das muss man sagen. Höchstwahrscheinlich schwer inspiriert von den Weltreligionen nimmt einer den Begriff der Nächstenliebe entschieden zu ernst: Er landet ein Eigentor. Seine Kollegen machen daraus kein Drama, sie nehmen’s humoristisch und reagieren tolerant: In Gottes Namen halt, Künstlerpech, es war gut gemeint, eine gute Tat, gutes Karma für die Roten. Und 4:3.
Und die Weltreligionen wissen: Gott gibt und Gott nimmt. Auch Tore.

17.25
Dem Kunstkapitän gelingt das 5:3, ein Gedicht von einem Tor!
Zwei Minuten später schiessen die Weltreligionen zurück und schaffen das 5:4 kurz vor Schluss. Kurz wähnen sie sich im Nirwana, die Hoffnung der Religion aufersteht: Wird am Ende doch noch die Gerechtigkeit siegen?
Doch leider schlägt das Stündlein zu früh, es bleibt beim 5:4 für die Kunst.
Ein Sieg für die Schriftsteller! Die Religion unterliegt zwar, doch sie trägt es gelassen, denn sie hat die Gewissheit: Die Ersten werden die Letzten sein. Irgendwann mal, entweder beim nächsten Match oder dann halt beim übernächsten.
Nach 2 x 35 Minuten Leidenszeit pilgern sämtliche Spieler einträchtig in Richtung des Mekka aller Verschwitzten: unter die Dusche.
Und ganz zum Schluss treffen sich alle beim jüngsten Gericht – es gibt Chili con carne.

Judith Stadlin ist Schriftstellerin, Komödiantin und Schauspielerin. www.judithstadlin.ch

 

Raketen Solothurn – FADS: 2:11

31. Mai 2014

Nach zwei Unentschieden in den vergangenen Jahren konnten die FADS das schon fast traditionelle Derby gegen die Raketen Solothurn anlässlich der Solothurner Literaturtage diesmal hoch gewinnen: 11:2 lautete das überraschende Resultat. Zwar standen auch diesmal eine waschechte Autorin und sieben waschechte Autoren in der Formation, aber die von Marco Todisco aufgebotenen jungen Ergänzungsspieler waren von solcher Klasse und rissen auch die kickenden Literaten zur Höchstleistung mit, sodass wir uns bei den Raketen schon fast für das hohe Resultat entschuldigen müssen … Den Anstoß übernahm traditionsgemäß FADS-Ehrencaptain Peter Bichsel mit einem beherzten Spitzkick.

Einen letzten großen Beweis von Fairness und Sportsmanship legte unser scheidender Captain Wolfgang Bortlik ab, indem er das zweite Tor der Solothurner Raketen mit einem wunderschön herausgespielten Eigentor gleich selber erzielte. Nach seinem Abschiedsspiel übergab Wolfgang die Captainbinde an den Cantautore Marco Todisco, den FADS-Denker und -Lenker im Mittelfeld. Wir danken Wolfgang für seine Leidenschaft und freuen uns auf weitere Spiele! Vai, Marco, vai!